GALERIE AM PARK
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Leopold Schuster
Genitalität / Realität
Explizite Zeichnungen

Ausstellungseröffnung:

Montag, 16. April 2002, 19.00 Uhr
Zur Eröffnung spricht Martin Haidinger
Dauer der Ausstellung: 10. - 26. April 2002
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung

     
Leopold Schuster mit Portrait Nitsch, Leopold Schuster (mitte) bei Nitsch
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Biografie

1962 in Wien geboren, seit 1988 Ausstellungen in Österreich, Italien, Deutschland und Tunesien.
Mitbegründer der Österreichisch-italienischen Künstlergruppe "Cartavienna"
Zum Werk: seit 1993 beschäftigt sich der Künstler fast ausschließlich mit Portraits. Die Dargestellten sind meist Freunde und lebende oder verstorbene Verwandte des Künstlers.
Ausgangspunkt für dieArbeiten sind Fotos die zeitlich betrachtet nur den Bruchteil einer Sekunde des Lebens dieser Person festhalten. Der Anspruch dieser Portraits der geradezu "eingefrorenen" Momente ist dennoch die Komplexität der Dargestellten zu vermitteln.

Ähnlich verhält es sich mit der formalen Umsetzung der Fotos. Die unzähligen gezeichneten Poren an der Oberfläche der Gesichtshaut führen in Wirklichkeit alle direkt in den Körper der dargestellten Personen hinein und stellen daher beinahe unendlich viele Zugänge zu diesen Menschen dar.
Zur Technik: Bleistift oder Kohle auf Papier

Genitalität / Realität

Wir gehen von unten nach oben, beginnen dort, wo das Menschliche kopflos auswächst, wo das Geschlecht alles durchstößt, ehe es zum Schluß Gesicht annimmt. Zuerst Form und Fläche, dann die Perspektive geistvoller Menschenporträts.

Gemächt und Gesicht, Vagina und Visage - alles ist Charakter . Leopold Schuster ist dem Genital nähergerückt, nachdem er sich in seinem Werk lange Zeit mit der fotorealistischen Darstellung von Gesichtern auseinandergesetzt hat. Für seine Porträts menschlicher Körperstellen gilt nicht die Gleichwertigkeit jedes Punktes einer Zeichnung im Sinne einer Realität aus zweiter Hand, sondern das Prinzip der Auswahl , die sich für das persönliche oder formal Wichtige entscheidet . Gemäß der Entwicklung des Künstlers, beschreiten wir einen Weg, der im ersten Raum mit der ungezügelten vitalen Aktion und der nassen Prägnanz genitaler Welten in den aktuellen Bildern beginnt. Das Treiben markiert gleichzeitig Erfüllung wie Präludium zum zweiten Raum, wo wir Gesichter aus einer früheren Phase Schusters betrachten - oder betrachten sie uns ? So sind wir körperaufwärts vaziert. Leopold Schuster, der in seinem gegenwärtigen Schaffen sehr vom Werk Hermann Nitschs beeinflußt ist, erweist sich als flächig arbeitender Duane Hanson , und so ist es auch "more than reality", was Schuster hier anstellt .

Martin Haidinger

      

Leopold Schuster: Zeichnungen. Originalgröße ca. 170 cm x 120 cm
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