GALERIE AM PARK
Luise Buisman, Liniengasse 2a, A-1060 Wien, Tel. + Fax +431- 597 50 39
Kontakt: : luisebuisman@utanet.at
Leopold Schuster
Genitalität / Realität
Explizite Zeichnungen
Ausstellungseröffnung:
Montag, 16. April
2002, 19.00 Uhr
Zur Eröffnung spricht Martin Haidinger
Dauer der Ausstellung: 10. - 26. April 2002
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung

Leopold Schuster mit Portrait Nitsch, Leopold Schuster (mitte) bei Nitsch
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Biografie
1962 in Wien geboren, seit 1988 Ausstellungen
in Österreich, Italien, Deutschland und Tunesien.
Mitbegründer der Österreichisch-italienischen Künstlergruppe
"Cartavienna"
Zum Werk: seit 1993 beschäftigt sich der Künstler fast ausschließlich
mit Portraits. Die Dargestellten sind meist Freunde und lebende oder verstorbene
Verwandte des Künstlers.
Ausgangspunkt für dieArbeiten sind Fotos die zeitlich betrachtet nur den
Bruchteil einer Sekunde des Lebens dieser Person festhalten. Der Anspruch dieser
Portraits der geradezu "eingefrorenen" Momente ist dennoch die Komplexität
der Dargestellten zu vermitteln.
Ähnlich verhält es sich mit der formalen
Umsetzung der Fotos. Die unzähligen gezeichneten Poren an der Oberfläche
der Gesichtshaut führen in Wirklichkeit alle direkt in den Körper
der dargestellten Personen hinein und stellen daher beinahe unendlich viele
Zugänge zu diesen Menschen dar.
Zur Technik: Bleistift oder Kohle auf Papier
Genitalität / Realität
Wir gehen von unten nach oben, beginnen dort, wo das Menschliche
kopflos auswächst, wo das Geschlecht alles durchstößt, ehe es zum Schluß Gesicht
annimmt. Zuerst Form und Fläche, dann die Perspektive geistvoller Menschenporträts.
Gemächt und Gesicht, Vagina und Visage - alles
ist Charakter . Leopold Schuster ist dem Genital nähergerückt, nachdem er sich
in seinem Werk lange Zeit mit der fotorealistischen Darstellung von Gesichtern
auseinandergesetzt hat. Für seine Porträts menschlicher Körperstellen gilt nicht
die Gleichwertigkeit jedes Punktes einer Zeichnung im Sinne einer Realität aus
zweiter Hand, sondern das Prinzip der Auswahl , die sich für das persönliche
oder formal Wichtige entscheidet . Gemäß der Entwicklung des Künstlers, beschreiten
wir einen Weg, der im ersten Raum mit der ungezügelten vitalen Aktion und der
nassen Prägnanz genitaler Welten in den aktuellen Bildern beginnt. Das Treiben
markiert gleichzeitig Erfüllung wie Präludium zum zweiten Raum, wo wir Gesichter
aus einer früheren Phase Schusters betrachten - oder betrachten sie uns ? So
sind wir körperaufwärts vaziert. Leopold Schuster, der in seinem gegenwärtigen
Schaffen sehr vom Werk Hermann Nitschs beeinflußt ist, erweist sich als flächig
arbeitender Duane Hanson , und so ist es auch "more than reality", was Schuster
hier anstellt .
Martin Haidinger
Leopold Schuster: Zeichnungen. Originalgröße
ca. 170 cm x 120 cm
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