Christine Pirker & Reinhold Egerth
Dopplergasse 5/31
1110 Wien
Tel & Fax: 01/9415050
 
Konzeption für das Projekt:
 

„In hora mortis“

 
 
Im August 79, zur Regierungszeit Kaiser Titus, versank Pompeji unter einem erbarmungslosen vier Tage dauernden Asche- und Steinregen. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Städte Herculaneum, Stabiae und Oplontis. Plinius der Jüngere hat eine lebhafte Beschreibung der tragischen Ereignisse in Pompeji überliefert: „Überall waren die Schreie der Frauen und Kinder, war das Rufen der Männer zu hören. Einige schrien nach ihren Eltern, andere nach ihren Kindern, Ehefrauen oder -männern. Einige weinten über ihr Schicksal, einige über das ihrer Angehörigen. Einige riefen in Todesfurcht nach den Göttern, viele erhoben ihre Fäuste gegen die Götter und beklagten, dass diese sie verlassen hätten, andere fürchteten, dass das Ende der Erde herannahe.“
 
Die Überreste der archäologischen Ausgrabungsstätten sind Ausgangspunkt von „In hora mortis“. Ein persönlicher Aufenthalt im Sommer 2000 im Raum Neapel diente der individuellen Spurensuche nach den letzten Augenblicken der Todgeweihten und all dem, was nach Jahrhunderten an Schrecken und Faszination grauenhafter Naturgewalten geblieben ist.
 
 

Reinhold Egerth

Druckgrafische Arbeiten nehmen thematisch Bezug auf Ausgrabungen an der Porta Marina in Herculaneum, wo menschliche Skelette, die mit Lava verschmolzen sind, freigelegt wurden. Die druckgrafische Arbeit mit ihrer prozesshaften Vorgangsweise soll das Ergebnis dieser Freigrabung verdeutlichen; eine Dokumentation des Augenblicks des Todes der Unglückseligen soll entstehen.

 
Christine Pirker

Die Überreste der Katastrophe sind Spiegel der Ereignisse und Reflexion des damaligen Lebens. Insbesondere die Wände in Pompeji und Herculaneum geben ein klares Bild vom damaligen Leben wieder, gleichzeitig sind sie in ihrer teilweisen Unversehrtheit sowie totalen Zerstörung stille Zeugen der Ereignisse. In Gipsobjekten werden grafische und malerische Fragmente dieser Reflexionen eingebaut.