Jörg Dobrovich ist ein Wanderer zwischen zwei Kulturen: nämlich der
europäischen,von der er herkommt, und der mittelamerikanischen (México),die
er im- mer wieder aufsucht.
Seine Malerei ist daher eine Synthese aus dieser
Verbindung. Sichtbar werden in seinen Arbeiten: geheimnisvolle Landschaften,
bevölkert von weiblichen Körperfragmenten, mythische Tiere,Glyphen und
andere Zeichen aus der Unterwelt (dem Unbewußten), oder es erscheinen
Fruchtbarkeitssymbole, oder Tropisches entfaltet sich explosiv.
Manchmal fallen auch Engel vom Himmel. Die Arbeiten
sind keine Abbilder einer äußeren Realität, sondern solche persönlicher
Mythologien und Metaphern.
"der Mythos vereinigt Sehnsucht und Verlangen in der fortdauernden Gegenwart.
Mythen sind Darstellungsformen für Wunderbares und Unfaßbares. Mythos
ist eine Anschauungsweise von Leben."
CARLOS FUENTES "der Gegenstand erweitert sich über seine Erscheinungsform
hinaus durch unser Wissen um sein Inneres. Durch das Wissen,daß das
Ding mehr ist,als seine Außenseite zu erkennen gibt.
" PAUL KLEE " der menschliche Körper ist dem kosmischen Prinzip unterworfen
und ist selbst wieder unabdingbarer Teil zur Erhaltung des Kosmos, der
in allen Fragmenten den Zustand höchster Ordnung erahnen läßt.
Chaos nämlich - denn wo Chaos herrscht ist Schöpfung nah.
CHRISTIAN KLOYBER Nov.2002
.Jörg Dobrovich ist ohne Zweifel ein pintor
filomexicano, ein Begriff, eine Kategorie von Künstlern,
wie er von Wolfgang Paalen 1959 geprägt wurde.
Damals, kurz vor Paalens Selbstmord, bestand der Plan einer großen Ausstellung
der pintores filomexicanos - Jörg Dobrovich hätte dort ausgestellt,
im Palacio de Bellas Artes. Kein Zweifel, so wie heute - gerade jetzt
die Arbeiten von Wolfgang Paalen und Günther Gerzo im Museo Carrillo
Gil in México Stadt ausgestellt sind. Hier in Wien Jörg Dobrovich -
verbunden der mexikanischen Imagination.
México: hic et nunc. Wie andere Künstler auch, nimmt Jörg Dobrovich
am Akt der Erschaffung unserer Welt teil, wie er in der Genesis der
Neuen Welt - im Popol Vuh -beschrieben, wie im Text von Wolfgang Paalen
XILONEN poetisch erfasst.
Der Künstler ermöglicht durch seine Kunst und ist verpflichtet, daß
ein neuer Tag anbricht, die Sonne im Osten wiederkehrt,daß der Lauf
der Zeit eingehalten wird, daß die Zähne der Kalendersteine ineinandergleiten,
daß der Lauf der Venus, der Sonne, des Mondes miteinander in Harmonie
stehen.
Im Prinzip des DYNATON (dt. das Mögliche) steht Jörg Dobrovich,
und er ist ein Ermöglicher unserer Imagination: Der menschliche Torso
und die damit verwachsene Welt, der Raum und die Zeit, sie sind die
Opfer, die den neuen Tag ermöglichen, für uns und für sich selbst.
Der menschliche Körper ist dem kosmischen Prinzip unterworfen und ist
selbst wieder unabdingbarer Teil zur Erhaltung des Kosmos, der in allen
Fragmenten den Zustand höchster Ordnung erahnen lässt, Chaos nämlich
- denn dort wo Chaos herrscht ist Schöpfung nah. Strengen wir alle unsere
Dimensionen der Wahr- nehmung an, für diese Bilder.
Dr.Christian Kloyber Stiftung Isabel
und Wolfgang Paalen /Tepoztlán
Jörg Dobrovich
Hammerzeile 6
7032 Sigless
Tel. u. Fax 02626 71597
dobrojorg@everyday.com
1940 in Graz geboren
1960-66 Studium der Malerei und Kunsterziehung bei Dobrowsky,
Boeckl und Weiler an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
1966 Diplom bei Weiler, Abgangspreis und Lehramtsprüfung Beteiligung
an Ausstellungen in Innsbruck (Jugendkultur- Woche) und Graz (Künstlerhaus)
Erste Einzelausstellungen in Graz und Wien
1966-70 Kunsterzieher / Filmemacher und Plakatmacher im Umfeld
des Wiener Aktionismus
ab 1970 freischaffend tätig
1972 Leiter eines Aktivspielplatzes in einer Wiener Stadtrandsiedlung
1972-76 Buchillustrator
ab 1975 Maltherapeut in zwei Wiener Sonderstrafanstalten Ausstellungen
in Klagenfurt und Wien
1977-81 Arbeitstherapeut in der Sonderanstalt Wien-Favoriten.
1981-2001 Ausführung von wärmenden Objekten (keramische Öfen)
Ausstellungen (Auswahl):
1995-96 Galerie Dida / Joanneum Ecksaal Graz
1997 Galerie Spielmann Walbersdorf/Bgld.
1998 Galerie Art&Weise Wien
1999 Merkurgalerie Graz / Cselley Mühle Oslip/Bgld.
2000 Instituto Cultural Mexicano Wien / ORF Zentrum Eisenstadt
2001 Galeria Tonalli Mexico Stadt / Museo Rufino Tamayo Oaxaca
Galerie Mouratti Wien
2002 Galeria Metropolitana Mexico Stadt / Galeria Alva de la
Canal Jalapa , México / ORF Zentrum Stmk. Graz /INK Galerie Berndorf
/ ART HAUS Wien / Galerie Alte SchuleWalbersdorf Bgld.
2003 m-art Galerie Wien (mit W.Horwath und J.Ramsauer) ART-BOX/KUZ
Mattersburg EUREGIO-Kunstpreis (Burgenland und Westungarn)
Arbeiten in öffentlichem Besitz :
Stadt Graz, Steweag, Humanic, Land Tirol,
Artothek Bund, Stadt Wien, Bank Austria, Bgld.Landesgalerie, Instituto
Cultural Mexicano Wien, Universidad Autonoma Metropolitana México Stadt
sowie in Privatbesitz in México, Deutschland und Österreich